Porzellanarbeiter 1904 - 1905

Pressemitteilungen

Museumstag - Internationales Keramik Museum Weiden

Am kommenden Sonntag, den 20 Mai 2012, findet wieder weltweit der Interantioanle Museumstag statt. Auch das Internationale Keramik-Museum lädt von 10 - 12.30 Uhr und 14-16.30 Uhr zu einem kostenfreien Besuch seiner aktuellen Ausstellungen und der Sammlungen ein:

Nach einer längeren Pause wieder in einer Neuaufstellung zu sehen: "Porzellan aus China. Die Sammlung Seltmann". Farbenfreudige Meisterwerke chinesischer Porzellankunst aus dem Reich der Mitte, darunter kostbare Highlights aus den Manufakturen der der letzten chinesischen Kaiser. Auch ein Stück aus der berühmten Sammlung August des Starken, des großen barocken Porzellanliebhabers und Gründers der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen bei Dresden, findet sich in der Ausstellung.

"Europäische Keramik heute - Die Schenkung Egner". Eine breit gefächerte Auswahl zeitgenössischer Kunstkeramik mit Arbeiten einiger der bekanntesten Keramiker und Keramikerinnen derzeit.

Oder auch der komplett neugestaltete Raum der Porzellanfirma Christian Seltmann Weiden, der einen anschaulichen Einblick in die Herstellung des "Weißen Goldes" früher und heute vermittelt…und vieles mehr gibte es neu zu entdecken….

Am Nachmittag von 14.30 bis 16 Uhr lädt das Projekt" Kinder im Museum" in Zusammenarbeit mit der Kulturwerkstatt Kalmreuth, Eltern, Kinder, Familien und alle Museumsfreunde zu einem Spaziergang "Zwischen den Zeiten" ein... Dabei gibt es allerhand zu Bestaunen, Begreifen und Selber machen...

Unter dem Motto „Welt im Wandel - Museen im Wandel“ wird am Sonntag, den 20. Mai weltweit der Internationale Museumstag begangen. Von 14.30 bis 16 ist im Internationalen Keramik-Museum ist das Museobil mit den Kinderführern zwischen den Zeiten unterwegs. Es fährt von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert und ist dabei den unterschiedlichen Lebensgewohnheiten der Weltbewohner auf der Spur. In der Museumswerkstatt geht es um die Hinterlassenschaften des eigenen kleinen Alltags, die irgendwann in ferner Zukunft einmal ebenso wie die Erzeugnisse aus der Jungsteinzeit, die Fundstücke aus Syrien, die Kostbarkeiten aus dem alten Rom, in einem Museum landen werden. Aus Ton entstehen Abdrücke moderner Alltagsgegenstände aus Büro, Küche, Kinderzimmer und anderen Räumen zeitgenössischen Daseins. Beim Flohmarkt der Museumswerkstatt kann man sich günstig mit selbstgemachten Schätzen aus tausenden Jahren Kulturgeschichte der Menschheit eindecken. Der Eintritt zur offenen Aktion für Kinder, Familien und alle Museumsfreunde ist frei.

Expertisentag Porzellanikon

Es ist wieder soweit – der Expertisentag im Porzellanikon Hohenberg geht in die dritte Runde und findet am 24.05.2012 von 10-17 Uhr statt. Von Sammlerinnen sehnsüchtig erwartet, von so manchem Porzellanbesitzer begeistert wahrgenommen und unter Kennerinnen und Liebhabern des Weißen Goldes als Geheimtipp gehandelt sind die sachkundigen, dabei stets unterhaltsamen Ausführungen der Porzellanexpertin und Kuratorin am Porzellanikon, Petra Werner. Petra Werner ist Expertin für Rosenthal-Porzellan und seit über zwanzig Jahren an Europas größtem Porzellanmuseum wissenschaftlich tätig.

Egal ob es sich um einen erst neulich entstaubten Dachbodenfund handelt, um ein schon jahrelang unter einem Glassturz gehütetes Erbstück oder um eine ungeplante Flohmarkterwerbung - die Spezialistin in Sachen Weißes Gold aus deutschsprachigen Provenienzen bleibt keine Antwort schuldig, was Herkunft, Alter und Wert der mitgebrachten Stücke betrifft. Wer eine Expertise möchte, kann bis zu drei Porzellanstücke mitbringen und zahlt dafür 5 €. Das Museumsteam sorgt für Kaffee, Kuchen und Getränke. Ebenso können Besucher die neue Sonderausstellung „ZEIT AUSZEIT“ – Eine Ausstellung mit Exponaten der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH besichtigen.

 

Internationaler Museumstag

In einer bundesweiten Kampagne begehen in ganz Deutschland die Museen am Sonntag, den 20. Mai, den Internationalen Museumstag. Es ist ein Tag, der, wie Landeskonservator Dr. Michael Henker von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen betont, zeigen soll, dass die Museen einen gesellschaftlichen Auftrag haben. Sie sollen sich der Gesellschaft und den Interessengruppen öffnen und „neue Themensätze aktiv einbeziehen“.

Dem diesjährigen Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ schließen sich auch die Museen des Porzellanikons in Selb und Hohenberg mit einem umfangreichen Programmangebot an. Im Porzellanikon Hohenberg – Deutsches PorzellanMuseum wird Kuratorin Petra Werner um jeweils 11.30 Uhr und 14.00 Uhr eine Sonderführung unter dem Titel „Wandel der Moden – Wandel des Porzellans“ anbieten. Im Zentrum ihrer bekannt kurzweiligen und informativen Betrachtungen steht das Porzellan und die Frage, wieweit es die jeweils aktuelle Mode in Bekleidung oder Tischkultur spiegelt. Der Förderverein Porzellanikon bietet ab 13.00 Uhr Kaffee und Kuchen zur Stärkung an.

Dem Wandel der Arbeitswelt und des Lebens der Porzelliner hat sich das Porzellanikon Selb verschrieben. Um 11.00 Uhr und 14.30 Uhr kann der Besucher bei einer Führung „Die Arbeitswelt der Porzelliner im Wandel“ erforschen und nachvollziehen. Den „alten Orten der Porzelliner – Fabrik früher, Museum heute“ ist eine weitere Führung um 10.30 Uhr und 13.00 Uhr gewidmet. Kurator Wolfgang Schilling hat sich vorgenommen, mit den Interessierten zusammen einige, teilweise nicht öffentlich zugängliche Räume zu begehen und über ihre frühere Nutzung zu berichten. Einem historisch wichtigen Thema mit großem aktuellem Bezug nimmt sich eine weitere Sonderführung um 14 Uhr an, nämlich der „Kinderarbeit in der Porzellanindustrie“. Im Anschluss daran wird Silke Meier zeitgenössische Texte lesen, die die teilweise himmelschreienden Bedingungen der frühen Industrialisierung deutlich machen.

Durchgehend von 11 -16 Uhr sind die kleinen und großen Haus-, Kirchen- und Burgenbauer gefragt. Die traditionsreichen Ankerbausteine, entstanden aus einem pädagogischen Konzept der Zeit der Industrialisierung, animieren zu eigener Bautätigkeit. Kreativ geht es auch beim Malen auf Porzellan zu. Die Bewirtung für den gesamten Tag übernimmt in bewährter Weise das Team des Restaurants „Altes Brennhaus“.

Der Eintritt ist am Internationalen Museumstag frei.

 

Ausstellung Zeh Scherzer Rehau

Die Rehau AG erinnert an die Firma Zeh, Scherzer & Co.

Sie ist ein wichtiger Teil der Porzellan-Geschichte in Rehau. Über ein Jahrhundert lang zählte das 1880 in Rehau gegründete Unternehmen Zeh, Scherzer & Co. zu den bedeutendsten Geschirrpro- duzenten in Oberfranken. Kaum bekannt dagegen war und ist jedoch die nur kurz bestehende Kunstabteilung, die einige Beispiele der Porzellanplastik hervorbrachte.

Ihre Blütezeit erlebte diese Abteilung in den Jahren um 1918/1920. Als tra- ditionsbewusstes Familienunterneh- men würdigt die Rehau AG diesen Bereich der Rehauer Porzellange- schichte nun mit einer eigenen Ausstellung. Die mittlerweile siebte Ausstellung, die im Kommunikationszentrum der Firma präsentiert wird, führt zurück in die Vergangenheit. Exakt in dem Gebäude, in dem die Sammlung zu sehen ist, gründeten im Jahr 1880 sechs Rehauer Bürger die Handelsgesellschaft Zeh, Scher- zer und Co. und legten damit den Grundstein zu einem der bedeutendsten Porzellan produzierenden Unternehmen in Oberfranken.

Gezeigt wird ein Großteil der insgesamt 116 Modelle, die die Kunstabteilung während ihres Wirkens hervorbrachte. Im Vorwort des Ausstellungskataloges bedankt sich Jobst Wagner, Präsident der Rehau-Gruppe, nicht nur bei den vielen Leihgebern der Kunst- Stücke, „sondern auch bei zahlreichen Institutionen und Privatpersonen, ohne deren Unterstützung und Engagement die Realisierung der Ausstellungsidee nicht möglich ge- worden wäre“, betont Wagner - Ausstellungseröffnung Sonntag 20. Mai im Rehau Art in der Zehstrasse von 10:30 bis 17:00 Uhr. Weitere Termine sind der 3. Juni, 8. Juli, 9. September, 14. Oktober, 11. November und am 15. Dezember

Quelle: Heimatzeitung www.frankenpost.de

 

Um die Schönheit

August Endell (1871 -1925). Architekt und Formkünstler Kabinettausstellung vom 29. März bis 20. Mai 2012 im Bröhan-Museum, Berlin August Endell gehört neben Otto Eckmann und Henry van de Velde zu den Hauptvertretern des Jugendstils in Berlin und zählt unbestritten zu den Protagonisten des Deutschen Jugendstils überhaupt. Trotzdem wurde Endell bisher nur wenig Aufmerksamkeit in der Forschung und öffentlichen Wahrnehmung zuteil. Die Kabinettausstellung im Bröhan-Museum beleuchtet nun das Gesamtwerk des Künstlers mit dem Schwerpunkt auf den Berliner Jahren. Es ist die erste Ausstellung zu Endell in Berlin überhaupt. Die umfangreiche wissenschaftliche Begleitpublikation stellt den neuesten Stand der Forschung zum Architekten und Formkünstler dar.

Als typischer Künstler der Lebensreformbewegung um 1900 war August Endell vielseitig tätig: Er arbeitete als Architekt, Innenarchitekt, Formkünstler, Kunsttheoretiker und Kunstschulreformer. Mit seinem architektonischen Erstlingswerk des Fotoateliers Elvira in München schuf er 1898/99 ein Hauptwerk der neuen Architektur. Nicht in der bayerischen Metropole, sondern in Berlin, wo er von 1901 bis 1918 lebte, entstand der größte Teil seiner Arbeiten. Hier vollzog er die Wende von der expressiven Ornamentik des „Wolzogen-Theaters" über die in der Formgebung beruhigten Hackeschen Höfe hin zur sachlich-funktionalen Werkbund-Moderne der Trabrennbahn in Mariendorf.

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Kunstnacht 2012 Selb

"EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen" JEAN BOGGIO UND FRANZ

Im außergewöhnlichen Garten einer ungewöhnlichen Symbiose Das Europäische IndustrieMuseum für Porzellan - Porzellanikon Selb widmet sich der ersten französisch-chinesischen Luxusmarke „Jean Boggio for Franz" Er stammt aus Algerien, hat einen italienischen Namen und verlebte seine Kindheit an der Côte d’Azur. Jean Boggio ist dem Pass nach Franzose und ansonsten Cosmopolit. „Aber“, sagt er, „meine Wurzeln sind vielfacher Natur und sehr europäisch.“ Er liebt den Luxus und er glaubt an die Vision des kulturellen Austausches, an das Abenteuer der Zusammenarbeit und an das Wunder der Ergänzung über Grenzen hinweg. Jean Boggio bezeichnet sich zu allererst als Handwerker und begann seine Laufbahn mit Schmuckentwürfen. „Ich wollte Design mit einem Bezug zum Kunsthandwerk machen“, sagt er. Schon lange entwirft er neben Schmuck auch Glas, Möbel, Stoffe und Porzellan. Seine Auftraggeber sind Hermès, Baccarat, Chopard, Raynaud, Haviland, Daum und andere.

Er ist Chinese und studierte deutsche Literaturgeschichte. Er handelt mit Porzellan, sein Hauptgeschäftssitz liegt im taiwanesischen Taipei, seine Produktionsstätte in der Geburtsstadt des Porzellans Jingdezhen, 2001 gründete er sein mittlerweile weltweit operierendes Unternehmen in den USA. Francis Chen, dem sein Literaturprofessor den Vornamen Franz gab und der sich deshalb heute Franz Chen nennt, hat Geschäfte in China, Taiwan, Europa, den USA, Australien und Neuseeland. Die erste deutsche Niederlassung des Porzellanunternehmens „Franz Collection“ erfolgte 2006 in Nürnberg, dort eröffnete er im Oktober 2011 seine erste Galerie hierzulande. „Ich liebe Deutschland“, ließ er dabei seine Gäste wissen.

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Die Bilder des Playboys werden versteigert

Gunter Sachs - gemalt von Andy Warhol. Eins von zahlreichenKunstwerken aus der Sammlung des im vergangenen Jahr verstorbenen Sachs, der in den sechziger und siebziger Jahren zum Sinnbild des kosmopolitischen Playboys wurde. Die Kunstwerke die Sachs in den späten fünfziger Jahren zu sammeln begann, blieben lange Zeit von der breiten Öffentlichkeit unbeachtet. Nun soll ein Teil der Sammlung - immerhin 300 Exponate - im Mai bei Sothebys in London versteigert werden. In München sind ausgewählte Werke für kurze Zeit zur Vorbesichtigung ausgestellt. Darunter auch Porträts von Schauspielerin und Schönheitsideal Brigitte Bardot, der damaligen Ehefrau von Gunter Sachs. Cheyenne Westphal, von Sotheby´s Europa: "Gunter Sachs hatte das große Glück muss man sagen, dass er schon als recht junger Mann vermögend war und auch noch unheimlichen Mut gehabt hat. Er war drin in Paris, er hat in Paris gelebt in den fünfziger Jahren, richtig in der Szene. Er hat die Künstler kennengelernt von Arman bis Yves Klein bis César, hat gleichzeitig die Arbeiten gekauft und dann schon 1967 Andy Warhol kennengelernt. Und durch ihn kam es dann zu dieser fantastischen Pop Art-Sammlung. Und wenn er was gemacht hat, hat er das wirklich im großen Stil gemacht und das sieht man hier eben in dieser Ausstellung." Neben Werken von Andy Warhol sind auch Kunstwerke von Roy Liechtenstein und Yves Klein ausgestellt. Sie werden von Preisen von bis zu 4 Millionen britischer Pfund angeboten. Insgesamt wird mit einem Gesamtwert von 20 Millionen Pfund gerechnet. Zur großen Auktion am 22. und 23. Mai in London wird ein riesiger Andrang erwartet "Es gibt Objekte, die wirklich selten auf den Markt kommen. Außer der Kunst, die wir überall um uns sehen, gibt es auch sein Boot zum Beispiel, seine Riva von 1962, "Dracula 3", die mit 80.000 bis 100.000 Pfund angesetzt ist. Es gibt wirklich tolle Möbel und Objekte. Ein Tisch, Hutständer und Stuhl von Allen Jones, das einzige Set, das je auf einer Auktion war. Das wird sehr spannend werden." Die Erben von Sachs behalten die ihnen liebsten Stücke der Sammlung. Doch selbst der Rest stellt nach Meinung der Experten eine einzigartige Sammlung von Kunst und dem Zeitgeist der sechziger und siebziger Jahren dar.

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Die Mischung macht’s! - Kunstnacht 28.04.2012

Kunstnacht-Tipps für Entdeckerinnen und Flaneure

Bei der Selber Kunstnacht ist es wie bei einer guten Zigarre: Sie besteht niemals aus einer Sorte Tabak. Vielmehr ist es stets die Mischung der unterschiedlichen Sorten, die den vollendeten Rauchgenuss ausmacht. Und eines der Erfolgsgeheimnisse der Selber Kunstnacht ist sicherlich die Mischung der unterschiedlichen Angebote, auch die Mischung von Initiativen gestandener, renommierter Institutionen und kleiner, feiner, vielleicht bis dato unbekannter Unternehmen oder Künstler. Deshalb ist auch die 12. Selber Kunstnacht etwas für Entdecker und Leute, die gerne Neues aufspüren und vorzugsweise über Überraschendes stolpern. Zum Beispiel über Taschen, die aussehen wie improvisierte Damenkorsagen. Oder wie eine abgeschnittene Jeans. Da hängen die ungewöhnlichen Kreationen, gleich neben einer Horde höchst liebenswürdiger Knuddelmonster. Und zwar in Leos Teeladen. Immer zum Stöbern gut ist auch das Haus der Gestaltung von Renate Voss. Dieses Mal findet man dort vor allem: Schrott. Und zwar in seiner phantasievollsten und einladendsten Weise (von Berta Dichtel) – beispielsweise als Gartenbank. Wem dazu das nötige Outfit fehlt: Die ebenfalls dort zu erwerbenden, rustikal bunten Röcke aus Jeans und allerhand Stoffresten, mit Knopfapplikationen, Taschen und Gürteln ausgerüstet, passen in ihrer „LebensFreude“ (so der Titel dieser Textilausstellung mit kleiner Modenschau) bestens zur Kunst. Von „Renates Bushäusl“ (wohl die kurzweiligste Haltstelle der Kunstnacht!) könnte man zum Streifzug durch „Corsische Landschaften“ aufbrechen. Manchem Selber dürfe Reinhard Wiedenbeck als Porzellanmaler bekannt sein. Im Reisebüro Otto gewährt er allerdings Einblick in eine andere Leidenschaft: Nämlich in seine seit vierzig Jahren immer wiederkehrenden Reisen auf die Insel Corsica. Ob man gleich die passende Reise dazu wird buchen können…?

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Kunstnacht Selb 28.April 2012

Kunstnacht 2012Vorsommerliche Gefühle statt Schnee und Eis 12. Kunstnacht Selb erstmals Ende April. "Alles bleibt anders" – ein passenderes Motto hätte das Organisationsteam für die 12. Selber Kunstnacht gar nicht wählen können. Denn selbstverständlich bleibt erstmal alles wie immer: Die Selber Kunstnacht ist vielfältig, wird heiß erwartet und bietet eine gute Mischung aus Altbewährtem und Neuentdeckungen. Und sie ist ganz anders – nämlich, was das Datum betrifft: Statt wie üblich zum Laetare-Markt, findet die Kunstnacht heuer erst am 28. April statt.

Was im Vorfeld für viel Wirbel sorgte, wird nun mit Neugier erwartet. Hatten die Selber bislang stets darauf geachtet, dass sie mit ihrer Open-Air-lastigen Stadtveranstaltung die Ersten weit und breit waren, hofft man nun auf mildere Temperaturen und eine gelöstere, umtriebigere und kommunikativere Atmosphäre: „Eine Selber Kunstnacht ohne hochgeschlagene Mantelkrägen und frierende Gäste an den Shuttle-Bus-Haltestellen – das wäre doch mal was“, kann Organisator Olaf Dräger seine freudigen Erwartungen nicht verbergen. Und auch der Oberbürgermeister der Stadt, Wolfgang Kreil, sieht den späten Termin „unter Wetteraspekten als den sichereren“. Was Kreil besonders freut ist die Tatsache, dass die Veranstaltung zu hundert Prozent ohne die Beteiligung der Stadt ins Leben gerufen und nun im zwölften Jahr organisiert wird – nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten: „Eine Stadt braucht ein Eigenleben. Die Bürgerinnen und Bürger sollen das Gesicht und das Leben in der Stadt mitprägen - nicht nur das Rathaus!“

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Neue Sonderausstellung "ZEIT AUSZEIT" im Porzellanikon Hohenberg, 30.03.-04.11.2012

Es soll ja Menschen geben, die keine Uhren haben. Andere sammeln Uhren wie Aktien. Wieder anderen ist die Uhr am Handgelenk ein ultimatives Statussymbol. - Fern scheinen die Zeiten, da Uhren neuzeitliche „Zeitmesser“ waren und in ihren künstlerischen Ausformungen Gegenstände philosophischer Betrachtungen und Zeugnisse einer hochkultivierten Gesellschaft, die Anlass gaben zu hintersinniger Überlegung und feingeistigem Gespräch. Nicht das Zifferblatt und die Mechanik: Das Wesen der Zeit stand hier im Mittelpunkt. Und die Sehnsucht des Menschen, diese zu zerteilen und gleichzeitig anzuhalten, zu fassen und zu überwinden.

Wenn jetzt im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger (vom 30.03. bis zum 04.11.2012) vierundzwanzig Uhren aus der Meissener Porzellanmanufaktur zu sehen sind, ist das mehr als der Beweis größter Handwerkskunst und einer geradezu verschwenderischen Sorgfalt für das Detail. Die Übernahme der Schau aus Sachsen mit dem Titel „ZEIT AUSZEIT“ stellt vielmehr hintersinnige Fragen: nach der Bedeutung der (mit Menschenmaß gemessenen) Zeit, nach Vergänglichkeit und Lebenssinn, nach der Maßeinheit, mit der ein Tag, ein Jahr, ein Leben gemessen wird; auch nach Zeitvertreib und Kurzweil, nach Momenten des Glücks, des Übergangs, der Ewigkeit. Kaum eines der prächtigen, bis über einen halben Meter hohen Exemplare kommt ohne allegorische Figuren und Metaphern aus.

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Ausstellung "weißer Elefant"

Kein Ort Europas ist so sehr Synonym für Porzellan wie Meißen. In 300 Jahren hat sich dort eine künstlerische und handwerkliche Tradition herausgebildet, die wirkmächtig ausstrahlt. Hier ist die Technologie entwickelt worden, Werkstoffgeheimnisse wurden erforscht und von Künstlerinnen und Künstlern in Formen gebracht.

Mit der Künstlergruppe "Weißer Elefant" tritt erstmals in der Geschichte der Stadt eine Künstlergruppe auf, die sich ganz dem besonderen keramischen Material verschrieben hat. Die Frauen und Männer haben es unternommen, jenseits der betriebspolitischen Einschränkungen einer Manufaktur, das künstlerische Potenzial des Porzellans auszuloten.

Jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit dem Werkstoff verbindet sich bei ihnen mit höchster Kreativität und Innovationsfreude. Mit Vorliebe stellen sie der Tradition verbundene Seh- und Gestaltungsweisen auf den Kopf, oft humorvoll, manchmal drastisch. Sie überraschen mit immer neuen Lösungen für die Aufgabe, eine zeitgemäße Porzellankunst zu gestalten.

Porzellan, diese Diva unter den künstlerischen Materialien, fordert heraus: Die Brillanz des weißen Scherbens und der spiegelnden Glasur zwingen zu formaler Akkuratesse. Der Einsatz von Farbe will wohl kalkuliert sein. Die Unwägbarkeiten des Brandes müssen ausgehalten werden. Porzellan ist und bleibt ein Faszinosum – für die Künstler, die sich ihm zuwenden, und für den Betrachter, der aufregende Porzellankunstwerke zu genießen versteht. (Text: Christian Lechelt, M.A., Kunsthistoriker)

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