Friedrich der Große und FÜRSTENBERG
Friedrich der Große und FÜRSTENBERG - Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag König Friedrichs II. von Preußen zum 300. Male, Anlass für zahlreiche Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen in allen Medien, die den "Alten Fritz" in den unterschiedlichsten Facetten seines langen und widersprüchlichen Lebens und Wirkens vorstellen. Das Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG erinnert in einer kleinen Auswahl von Porzellanen aus der eigenen Sammlung an die Beziehungen Friedrichs des Großen zu FÜRSTENBERG und seine Nachwirkungen bis ins 20. Jahr-hundert.
Enge verwandtschaftliche Beziehungen verbanden Friedrich II aus dem Hause Hohenzollern mit dem Gründer der Porzellanmanufaktur Fürstenberg: Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1713-1780), war seit 1733 verehelicht mit einer Schwester Friedrichs, mit Prinzessin Philippine Charlotte von Preußen (1716-1801), genannt Lottine. Im gleichen Jahr fand die Verehelichung des preußischen Kronprinzen Friedrich mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (1715-1797), einer Nichte der Kaiserin, im heute nicht mehr vorhandenen Schloss Salzdahlum unweit Wolfenbüttel statt. Zwischen den beiden Prinzen, dem späteren Herzog von Braunschweig und dem späteren König von Preußen entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis.
Zum "Großen" wurde König Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, der mit einigem Recht als erster Weltkrieg gilt. In Mitteleuropa und Nordamerika kämpften die vier europäischen Großmächte Frankreich, Großbritannien, Rußland, Österreich und die Klein- und Mittelstaaten um Macht und Einfluss. In Mitteleuropa drehte sich der Krieg vor allem um das von Preußen zuvor im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-46) eroberte Schlesien, die Kornkammer Österreichs. König Friedrich II. gelang es, mit viel taktischem Geschick, ebenso geschickten und mutigen Offizieren und noch mehr Glück seine Eroberungen zu halten, so dass 1763 Preußen schließlich zur fünften Großmacht in Europa aufgestiegen war.
In diesem Krieg kämpften an der Seite Preußens vor allem auch Mitglieder des Braunschweiger Herzogshauses erfolgreich an herausragenden Positionen: Der Bruder des regierenden Herzogs, Herzog Ferdinand (1721-1792), der Sohn des Herzogs, Erbprinz Carl Wilhelm Ferdinand (1735-1806) und der Vetter Herzog Carls I., August Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Bevern (1715-1781), der meist nur kurz "Herzog von Bevern" genannt wurde.
Um den volkstümlichen Alten Fritz entspannen sich schon bald nach dem Krieg Mythen und Legenden, die Eingang fanden in Kunst und Nippes. Vor allem im 19. Jahrhundert, als unter den Hohenzollern die Reichseinigung Deutschlands 1871 verwirklicht wurde, die als Erfüllung fritzischer Träume verstanden wurde, steigerte sich die Verehrung Friedrich II. Die Bilder von Adolph von Menzel und anderer Künstler, die den Alten Fritz glorifizierten, wurden vielfach in Schulbüchern reproduziert und mit Legenden und Anekdoten aus dem Siebenjährigen Krieg verwoben. Auch die Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG re-produzierte ganze Serien dieser Bilder auf Andenkentassen. Die bereits 1779 vom Fürstenberger Modelleur Carl Gottlieb Schubert gestaltete Große Statue Sr. Majestät des Königs von Preußen zu Pferd auf Postament wird noch heute hergestellt.
Das Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG hat bis 26. März Sa. und So. von 10-17 Uhr geöffnet, danach täglich außer montags 10 - 17 Uhr (feiertags geöffnet). Weitere informationen unter (05271) 401-161 oder fuerstenberg-porzellan.com.
Bilder Andenkentasse "Friedrich der Große nach der Schlacht von Kollin, Fürstenberg um 1920. Porzellanstatuette "Friedrich der Große zu Pferde", Fürstenberg um 1780 (Neuausformung).