Industrielandschaft

Abriss Mitterteich

Abriss der Porzellanfabrik Mitterteich

Die 1886 durch den Uhrmacher Ludwig Lindner gegründete Porzellanfabrik wurde 1895 an die in London ansässige Mosanic Pottery Max Emanuel & CO. verkauft. 1917 wurde sie von der Königlich bayerischen Regierung als Feindeigentum konfisziert und in die Porzellanfabrik Mitterteich AG umgewandelt. Nach einer kontinuierlichen Erweiterung der Betriebsanlagen zählte das Unternehmen in den 1930er Jahren rund 600 Beschäftigte und hatte bereits 1949 mit 740 Arbeitern und Angestellten den Vorkriegsstand übertroffen.

Das Herstellungsprogramm des stark exportierenten Unternehmens in den drei Werken am Standort umfasste neben Gebrauchs- und Zierporzellan auch feuerfestes Geschirr aus Feinsteinzeug, die unter der Markenbezeichnung Porzeton vertrieben wurden. Nach einem Brand im Jahre 1988, der grosse Teile der Fertigungsanlagen vernichtete, entstand nach dem neuesten technischen Stand die laut Firmenaussage modernste Porzellanfabrik Europas. Im August 2004 wurde über das auf 400 Beschäftigte geschrumpfte Unternehmen das Insolvenzverfahren eröffnet. Nach dem Scheitern der Sanierungsversuche wurde der Betrieb Anfang 2005 geschlossen. Im Jahre 2007 erfolgte der Abriss der Traditionsreichen Porzellanfabrik in Mitterteich.

Porzellanmuseum Mitterteich

Die Mitterteich Porzellanfabrik und die Gebäude, teilweise aus dem Jahre 1880, wurde teilweise abgerissen und durch Sanierung des ehemaligen Hauptgebäude sowie einen Neubau direkt an der Tirschenreuther Strasse ein Porzellanmuseum errichtet. In den neugestalteten Räumen ist ausser Porzellan der Mitterteich Porzellanfabrik auch Glas und Ausstellungstücke der Fa. Schott Ruhrglas zu bewundern.

Bei der Einweihung des Mitterteicher Porzellan-Museums war auch Wilhelm Siemen, Direktor des Porzellanikons Selb-Plößberg, zugegen. Die Einrichtung in Mitterteich empfinde er nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu seinem Haus, sagte er der Frankenpost. Denn in Mitterteich gehe es vor allem um die eigene Porzellan-Geschichte. Man habe schon im Vorfeld miteinander gesprochen. In Zukunft würden Porzellanikon und der Verein Porzellanstraße mit Mitterteich zusammenarbeiten. Jeder Baustein ist hilfreich, Porzellan wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Das Museum ist ab den 19. Januar 2010 geöffnet jeweils Dienstags bis Sonntag.