Image Film Fichtelgebirge

Wie von Zyklopen wahllos in der Landschaft verstreut -- so wirken die haushohen Felsformationen und Steinblöcke im Fichtelgebirge. Innerhalb dieses „granitenen Hufeisens" haben Menschen in vielen Generationen das Zentrum der europäischen Porzellanherstellung aufgebaut. Inspiriert von der überwältigenden Natur ringsum, schaffen Designer, Kunsthandwerker und Arbeiter noch heute die Produkte der weltbekannten Hersteller des „Weißen Goldes". Den Grundstein für die Porzellanindustrie im Fichtelgebirge legte der aus Thüringen stammende Carolus Magnus Hutschenreuther. 1814 begann er in dem kleinen, an der böhmischen Grenze gelegenen Hohenberg an der Eger mit dem Aufbau einer Fabrik. Sein Sohn Lorenz machte sich dann 1856 mit einer eigenen Porzellanfabrik in Selb selbständig. Danach begann ein regelrechter Boom in der Region zwischen Weiden und Coburg. Zahllose Porzellanfabriken entstanden und ließen aus kleinen Bauerndörfern Industrieorte werden.

Hersteller wie Rosenthal, Hutschenreuther, Heinrich, Seltmann oder Winterling machten deutsches Porzellan in der ganzen Welt bekannt. Schon früh kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit namhaften Bildhauern und Entwerfern in den Kunstabteilungen der Fabriken. Seit dem Zweiten Weltkrieg zeichneten sich die Produkte nicht zuletzt durch ihr hervorragendes Design aus. 1980 arbeiteten über 18.000 Menschen in der bayerischen Porzellanindustrie, vor allem im Fichtelgebirge. Auch jetzt noch ist Nordostbayern das Zentrum der europäischen Porzellanindustrie. Lust auf Porzellan? Neugierig auf das erste Industriemuseum Bayerns? Interessiert an High Tech? Oder ein Fan deutscher Tisch- und Wohnkultur? Bei uns sind Sie in jedem Falle richtig! Porzellanikon: Einzigartig in Europa: Vier Museen, zwei Standorte, ein Thema: Porzellan! Bereits 1982 fand das Deutsche PorzellanMuseum eine Bleibe in traditionsreichem Hause: In der ehemaligen Direktorenvilla des Porzellanunternehmens C.M. Hutschenreuther in Hohenberg an der Eger. Etwa 160.000 Porzellane umfasst mittlerweilen der Fundus des Museums. War Porzellan einst nur aristokratischen Kreisen vorbehalten, so wandelte sich dessen Verwendung und sein Ruf mit der Industrialisierung vollkommen: Porzellan hielt Einzug in die bürgerlichen Wohnstuben. Auf der 2000qm großen Ausstellungsfläche wird Einblick gegeben in die höfische Welt des Barock und Rokoko: Erlesene Kostbarkeiten - betont aufwändig und üppig - oftmals verspielt - kunstvoll gearbeitet.

Der Schwerpunkt der Präsentation liegt jedoch auf dem bürgerlichen Porzellan des 19. und 20.Jahrhunderts, anmutig bis spektakulär, manchmal kurios, oftmals farbenprächtig, teilweise verrückt oder exotisch in Form und Dekor, erzählen die Kostbarkeiten auch über die Menschen jener Epochen, ihre Wohn- und Lebenswelt, Ess- und Repräsentationskultur. Das Porzellanikon Selb, in einer stillgelegten ehemaligen Porzellanfabrik, beherbergt auf gut 9000 qm heute drei verschiedene Museen. Wissen Sie, wie aus unscheinbaren Kaolinbrocken das „weiße Gold" wird? Haben Sie schon einmal zwischen übermannshohen, rumpelnden Glasurmühlen gestanden oder vor einer laufenden kolossalen Dampfmaschine, die eine ganze Fabrik mit Strom belieferte? Das Europ. Industriemuseum für Porzellan ist ein Museum der Arbeits- und Sozialgeschichte, ein Technikmuseum, ein Museum über die Porzellanherstellung. In seinen Räumen wird von der Masseaufbereitung über den Gipsformenbau bis hin zur Weißfertigung und der Dekoration nachvollziehbar, wie Porzellangeschirr entstand und entsteht.

Wenig bekannt, was zumeist den Blicken verborgen bleibt: In Mechatronik und Raumfahrt, High Tech und Medizin, Chemie und Hochspannungstechnik -- nirgendwo ist das Material verzichtbar. Egal ob als Dichtungsring in der Kaffeemaschine, als Bremsscheibe im ICE, ob als Knie- oder Knöchelgelenk im eigenen Körper, als Platine im Computer, als Fadenführer in der Textilindustrie, als Belag auf Sprungschanzen, als Hitzeschild am Space Shuttle -- überall findet man Keramik -- und besonders da, wo man es gar nicht vermutet. Wie das funktioniert und tatsächlich aussieht, erfahren Sie seit 2005 im Europäischen Museum für Technische Keramik. Bis nach Shanghai und New York bekommt man glänzende Augen, wenn man den Namen hört - Rosenthal. Ein Synonym für Luxus und höchste Tischkultur. Umgeben von der legendären Produktpalette und vielen Klassikern aus der mehr als 125-jährigen Firmengeschichte, führt das Rosenthal Museum seit 2004 die erfolgreiche Melange von Kunst, Design und Lifestyle vor Augen. In regelmäßigen Abständen finden Sonderausstellungen in allen vier Museen statt.

(Ausschnitt des Textes)

Drehbuch und konzeptionelle Ausarbeitung: Petra Werner, Kuratorin Deutsches Porzellan Museum Selb und Hohenberg an der Eger Kategorie: Gemeinnütziges Engagement Tags: Europäische Industrie Museum für Porzellan Rosenthal Europäisches Technische Keramik Deutsches Hohenberg an der Eger Königstraum und Massenware Hutschenreuther Arzberg Walküre Seltmann Winterling Kösseine Luisenburgfestspiele Luisenburg Felsenrabyrinth Wunsiedel Fichtelgebirge Imagefilm Katharinenberg nördliches Bayern Collis Calmat Marktredwitz Landrat Dr. Karl Döhler Horst Weidner Selber Wiesenfest Porzellanflohmarkt VER Wölfe Greifvogelpark Oberfranken Hochfranken Weißenstadt Lizenz:Standard-YouTube-Lizenz