Fürstenberg
Porzellanmanufaktur Fürstenberg 1747
Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg wurde am 11. Januar 1747 in Fürstenberg an der Weser durch Johann Georg von Langen im Auftrage von Herzog Carl I. von Braunschweig gegründet und ist die zweitälteste bis heute am selben Standort produzierende Porzellanmanufaktur Deutschlands. Der 11. Januar 1747 war als der Herzog Karl I. von Braunschweig entschied, in Schloss Fürstenberg eine Porzellanmanufaktur zu errichten. Sie hatten den Oberjägermeister v. Langen mit der Umgestaltung des Forstwesens im Weserbergland beauftragt. V. Langen rechnete mit grossen Holzüberschüssen, die durch Anlage gewerblicher Betriebe nutzbar gemacht werden sollten. So lag es nah - und v. Langen war es, der auf den Gedanken kam - in Fürstenberg eine Porzellanfabrik zu errichten. Nachdem es v. Langen endlich gelungen war, tüchtige Facharbeiter nach Fürstenberg zu bringen, glückte Ende 1753 dem gründlichen Zeschinger die Herstellung von gutem Porzellan. Der Herzog ordnete noch im selbem Jahr an, das Fürstenberger Porzellan mit einem blauen, unter der Glasur liegenden F zu kennzeichnen.
Blütezeit der Manufaktur
Johannes Ernst Kohl hieß der neue Mann, der in unermüdlicher und sorgenschwerer Arbeit das Werk technisch, kaufmännisch und auf künstlerischem Gebiet gründlich umgestaltete. Fürstenberg erwies sich bald als ein Kraftfeld sondersgleichem. Kohls weitblick und sicherer Hand verdankte die Manufaktur ihre sich seit 1770 entfaltete zwanzigjährige Blütezeit. DAs sorgsam gepflegte Feld der Kleinplastiken trug gute Frucht mit den sogenannten Fürstenberger Figuren der Modelleure Feilner, Luplau, Rombrich, Hendler und des weit begabten Franzosen Desoches. Form und Farbschmuck fanden neue Ausdrucksmöglichkeiten. Führend wurde Fürstenberg in dieser Zeit mit seinen Vasen. Als Kohl 1779 starb, schwand der Segen, den sein Arbeitseifer, seine Tüchtigkeit und sein Weitblick Fürstenberg gebracht hatten.
Der 48jährige Franzose Louis Vietor Gerverot rüttelte Fürstenberg, das dem Abgrund entgegentaumelte, wach, brachte es zur Selbstbesinnung. Sauberkeit, Zucht und Ordnung zogen wieder ein in die Manufaktur, die gewinnbringend zu arbeiten begann. Gerverots Tätigkeit in Fürstenberg fällt im wesentlichen in die Zeit des Empire, dem die Manufaktur insbesondere die Bechervasen verdankt. Aus dieser Zeit stammen auch ein Kaffee- und ein Teeservice, die weit über dem Durchschnitt der steifen und frostigen Erzeugnisse dieser Stilspanne stehen.
Die Manufaktur im 19. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert schmückte das Porzellan vor allem die Räume des Adels. In Form und Farbe spiegelte es wider den Geist dieser Zeit. Als im aufsteigenden 19. Jahrhundert der Bürger immer einflussreicher wurde, wuchs dessen Vorliebe für das Porzellan. Als 1814 die Widersacher von Gerverot ihn fortjagdten, schien Fürstenbergs Schicksal entgültig besiegelt. Durch die nächsten Jahrzehnte quälte sich röchelnd eine Manufaktur, die weder leben noch sterben konnte. Die Regierung versuchte zu Retten was zu retten war. Endlich - 1859 - verpachtete sie die Fabrik. Die heutige Pächterin, die Fürstenberger Porzellanfabrik AG, Fürstenberg-Weser, übernahm das Werk 1888. Wohl floss neues Kapital nach Fürstenberg. Erst als sich Anfang des 20. Jahrhunderts tüchtige Fachkräfte dem brüchigen Werk verschrieben, ging es endlich wieder aufwärts. Weil sie sich auskannten in dem Labyrinth der seit Generationen zusammengewürfelten Kammern, Böden, Gänge, Treppen, Stiegen, erkannten sie: ohne einen Grossbau, ohne neue Maschinen, ohne neue Öfen würde ihre Arbeit Stück- und Flickwerk bleiben.
Die Wende
Wohl verhalfen die zwanziger und die dreissiger Jahre Fürstenberg zu einem neuen Brennhaus, auch erweiterten sich die Lager und vor allem die Malereiräume. Erst der 30. Juli 1951 brachte die Wende: Die Erhöhung des Aktienkapitals von 400.000 auf 1 Million DM und den Beschluss einen mindestens hundertjährigen Erbbauvertrag mit der Verpächterin, der Braunschweiger-Stiftung, abzuschliessen. Erst 1966 wird die Manufaktur zu einer GmbH und Tochtergesellschaft der NORD/LB. Fürstenberg (seltene Jugendstil Tasse) Makre bei RWZR registriert am 16.06.1888. Es dauerte bis 1890 bevor die Marke offiziell in gebrauch genommen wurde. Die Bodenmarke war bis Ende 1908 in Gebrauch. Der ovale Rand der Bodenmarke wurde nur bis 1901 genutzt.