Prause Niedersalzbrunn
Porzellanfabrik Franz Prause in Niedersalzbrun
1891 gründeten die Kaufleute Julius und Ernst Prause eine Handelsgesellschaft, die in Ohmes unmittelbarer Nachbarschaft zusätzlich zu einer seit 1849 in Altwasser bestehenden Porzellanmalerei eine Porzellanfabrik in Betrieb nahm. Benannt wurde sie nach dem verstorbenen Firmengründer Franz Prause. Noch vor dem ersten Weltkrieg übernahm Georg Prause die Geschäftsführung. 1921 wurde das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen in eine GmbH umgewandelt. Wenig später starben kurz hintereinander die beiden Seniorschefs Julius (1923) und Ernst Prause (1924).
Um 1900 betrieb die Fabrik fünf Brennöfen nebst einer eigenen Malerei und Druckerei. Schon zu Beginn arbeiteten etwa 140 Mitarbeiter in der Fabrik, ihre Zahl stieg bis auf etwa 350 im Jahr 1927. Hergestellt wurde vor allem billiges Porzellan. Das Sortiment umfasste alltägliches Gebrauchsgeschirr für Haus- und Hotelbedarf, Keks-, Butter- und Seifendosen, Blumentöpfe, Tassen und Krüge, Türschilder und Grabplatten, Reklameartikel, z.B. Aschenbecher und Bieruntersetzer, und dergleichen mehr. Eine besondere Spezialität war die Herstellung von Küchengarnituren. Etwa 50% der Erzeugnisse wurden vor dem Krieg nach Nordamerika, England, Holland und Ostindien exportiert. Nach dem Kriege erholte sich das Unternehmen langsam und steigerte seine Exportzahlen wieder auf etwa 35% gegen Ende der zwanziger Jahre. In der Weltwirtschaftskrise konnte sich das Unternehmen jedoch nicht behaupten. 1933 musste die Porzellanfabrik Franz Prause GmbH geschlossen werden.