Familienchronik C.M. Hutschenreuther Hohenberg

Familienchronik C.M. Hutschenreuther

Der Leinenweber Wolfgang Hammann war ein Urgrossvater von Carl Magnus Hutschenreuther auf der mütterlichen Seite, der Stammvater einer Unternehmerlinie geworden ist, in der Johann Wolfgang Hammann, der Gründer der Porzellanfabrik Wallendorf, hervorragt. Auch die Vorfahren väterlicherseits gehören in jene Reihe von Menschen, die damals danach strebten, sich aller Möglichkeiten zu bemächtigen, welche die neue Zeit zu bieten begann. Wie die Familien Chronik berichtet gibt es eine Einöde Hutschenreuter, die zur Gemeinde Witzleshofen, Pfarramt Streitau, Bezirksamt Berneck gehört. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Träger des Familiennamens Hutschenreuther ursprünglich aus dieser Reute oder Rodung in eine benachbarte Stadt gekommen sind, um dort nach ihrer Herkunft benannt zu werden, wie das bei der Entstehung so vieler deutschen Familiennamen der Fall gewesen ist.

Hohenberger Ansichten

Wie die Familienchronik weiter berichtet, finden sich in den Kirchenbüchern der Stadt Wunsiedel 1542 und 1623 Eintragungen unter dem Familiennamen Hutschenreuther. Diese Männer haben schon den Beruf ausgeübt, den der erste datenmäßig nachweisbare Vorfahre von Carl Magnus gehabt hat. Es ist dies der Blechverzinner Christian Hutschenreuther. Er ist im Jahre 1678 in Breitenhof, Pfarrerei Breitenberg bei Johanngeorgenstadt im Sächsischen Erzgebirge, geboren. Da die Familienchronik in sehr eindrucksvoller Weise die Wanderslust und die durch sie hervorgerufene weite Verbreitung der Familie nachzuweisen vermag, besteht kein Anlass zu zweifeln, dass zwischen dem im Erzgebirge geborenen und 1738 in Wallendorf im Thüringer Wald verstorbenen Blechverzinner und jenen Leuten gleichen Namens und gleichen Berufs in Wunsiedel ein verwandschaftlicher Zusammenhang besteht.

Die Hutschenreuther waren also seit langem Leute, die mit dem Feuer zu hantieren wussten und erinnern in dieser Beziehung an die Greiner, das uralte Glasmacher- und Porzellinergeschlecht, mit denen ihr Weg immer wieder einmal gemeinsam verlaufen ist. Einmal beim Feuer, immer beim Feuer. So wird man von diesem Geschlechtern sagen können, und wenn das Feuer sie nicht mehr zu halten vermag, dann ist es auch mit ihrer ursprünglichen Kraft vorbei.

Das Wallendorfer Kirchenbuch gibt als Nachkommen jenes ersten Christian Hutschenreuther drei Söhne an, von denen einer Johann Christian getauft war. Auch er ist Blechverzinner gewesen. In erster Ehe hatte er acht Kinder. Das jüngste war Johann Heinrich, geboren 1751 am 23. Mai, der Vater von Carl Magnus. - Unter der Gefolgschaft der Wallendorfer Fabrik befand sich in den Jahren 1764/65 ein Salomon Hutschenreuther, wie Stieda ausweist. Über dem im Jahre 1812 am 5. Juli gestorbenen Vater von Carl Magnus findet sich im Kirchenbuch von Wallendorf der folgende Eintrag:

"Er war kunsterfahrener Porzellan-Buntmaler, Richter bei den herzoglichen Gerichten zu Wallendorf, vornehmer Handelsherr, Besitzer einer Porzellanmalerei; auch Besitzer der Porzellanfabrik zu Schleiz".

Die Mutter von Carl Magnus, Johanna Christina Catharina Hammann, war in erster Ehe mit Johann Nicol Stieda, dem damaligen Pfarrer in Katzhütte, vermählt. Diese Ehe entstammte nur eine Tochter, die unverheiratet gestorben ist. In ihrer zweiten Ehe mit Johann Heinrich Hutschenreuther, hatte die Frau sechzehn Kinder, darunter Carl Magnus Wilhelm als das zweitjüngste. Von diesem Kindern sind mindestens zehn in ganz jungen Jahren, zum Teil kurz nach der Geburt, gestorben. Das fünfte Kind, der Sohn Friedrich Christian Heinrich, war Buntmaler und pachtete 1829 die Wallendorfer Fabrik. 1833 kaufte er sie zusammen mit Friedrich Kämpfe und Gabriel Heubach, die beide aus Neuhaus stammten. Der Kaufpreis betrug 54.640 fl. Dieser Bruder von C.M. starb im Jahre 1839.

Das nächstjüngere Kind war Johann Friedemann Heinrich, der an der Porzellanfabrik Schleiz beteiligt war. Von dem neunten Kinde, Paul Adolf Friedrich - 1783 bis 1842 - stammt die Probstzeller Linie der Hutschenreuther ab. Eine seiner Töchter, Johanna Aline Bertha, vermählte sich mit Franz Detlef Goebel. Die Nachkommen besitzen die Porzellanfabrik in Öslau-Wilhelmstal. Mündlicher Überlieferung entsprechend soll eine Schwester oder Tochter von C.M. einen der damaligen Inhaber der Blankenhainer Porzellanfabrik geheiratet haben.

Auch zu den ersten Inhabern der Volksstedter, also der ältesten Thüringer Porzellanfabirk, und zu der schon mehrfach erwähnten Familie Greiner bestehen - allerdings verwickelte - Beziehungen durch Verschwägerung. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass lange Jahre hindurch der Berliner Vertreter der Firma C.M. Hutschenreuther, Gustav Greiner, aus der Familie der Limbacher Greiner, gewesen ist. Im Verzeichnis der Gefolgschaft der Wallendorfer Fabrik für die Jahre 1794, 1796 und 1797 finden sich die Dreher Johann Heinrich und Johann Christoph Hutschenreuther.

 [1] Tat und Vorbild, 125 Jahre C.M. Hutschenreuther, Wilhelm Vershofen