Porzellanfabriken Zwickau
In Zwickau waren 3 Porzellanfabriken ansässig: Christian Fischer (1845-1895), Friedrich Kästner (1883-1971) und die Zwickauer Porzellanfabrik (1885-1972). Von diesen drei Porzellanfabriken hatte die Firma Friedrich Kästner die grössten Erfolge und längsten Bestand. Florentin Kästner begann im Jahre 1882 mit der Errichtung einer Porzellanfabrik für seinen Sohn Friedrich Kästner. Im Jahre 1883 nahm mit einer Belegschaft von 100 Mitarbeiter die Porzellanherstellung ihren Anfang. Die Kästners waren durch den Kohlebergbau zu Wohlstand gekommen und gehörten zu den wohlhabendsten Bürgern von Zwickau. Sie besaßen 7 Kohlebergwerke.
Zwickauer Porzellanfabriken - Die Porzellanfabrik wurde zur damaligen Zeit nach dem neuesten technischen Stand errichtet. In den Gründerjahren beschränkte sich die Porzellanherstellung auf Gebrauchsgeschirr. Nach einiger Zeit wurde das Sortiment auf Tafel-, Kaffee- und Waschservice aufgenommen. Im Jahre 1886 wurde die Fabrik vergrössert und die Errichtung eines dritten Rundofens durchgeführt. Durch die erhöhte Nachfrage an Porzellan von Friedrich Kästner wurde der Mitarbeiterstamm 1886 auf 180 Mitarbeiter erweitert und zusätzliche Musterlager und Vertretungen im In- und Ausland eingerichtet.
Der Höhepunkt der Entwicklung der Kästner Porzellanfabrik bildete die Einführung der sog. Kopenhagener Unterglasurmalerei. Diese Art der Porzellanmalerei wurde im großen Umfang angewandt und man brachte neben Kopien der Kopenhagener Porzellanmanufaktur auch eigene Tiermotive, Blumen, Landschaften und Jagdstücke auf das Porzellan. 1919 wurde die Porzellanfabrik in eine GmbH umgewandelt. Noch im gleichen Jahr gründete Friedrich Kästner gemeinsam mit der Fraureuther Porzellanfabrik, der Zwickauer Porzellanfabrik und der Zwickauer Porzellanmalerei Karl Steubler die Kunstgewerbliche Fachschule für Porzellan und rief damit in Zwickau die künstlerische Ausbildung der Porzellanmaler ins Leben.
Nach dem II. Weltkrieg begann die Fabrik Geschirr etc. in die Sowjetunion, Ungarn, Kanada und Griechenland zu liefern. Wie bei anderen kleinen Privatbetrieben erfolgte auch bei der Kästner Porzellanfabrik eine staatliche Beteiligung . Am 14.07.1971 wurde auf der Gesellschaftsversammlung der Antrag auf Liquidation der Firma gestellt. Die Auflösung dieser Traditionsreichen Porzellanfabrik ging dann sehr schnell von statten.