Karl Ens Rudolstadt

Die Porzellanfabrik Karl Ens wurde 1899 gegründet. Bis 1899 ist Ens sen., Karl Mitinhaber der Porzellanfabrik Triebner, Ens & Eckert in Rudolstadt Volksstedt, bevor er diese Firma in Volksstedt gründet. 1899 erfolgt die Eingliederung der Firma Ens & Greiner Lauscha an der Ens bereits seit 1873 Mitinhaber ist. Bis 1910 ist Karl Ens sen. Inhaber des Unternehmens. Später übernimmt der Son Ens, Paul die Firmenleitung.

Gründung der Porzellanfabrik Karl Ens 1899

Die Porzellanfabrik Karl Ens wurde 1899 gegründet. Bis 1899 ist Ens sen., Karl Mitinhaber der Porzellanfabrik Triebner, Ens & Eckert in Rudolstadt Volksstedt, bevor er diese Firma in Volksstedt gründet. 1899 erfolgt die Eingliederung der Firma Ens & Greiner Lauscha an der Ens bereits seit 1873 Mitinhaber ist. Bis 1910 ist Karl Ens sen. Inhaber des Unternehmens. Später übernimmt der Son Ens, Paul die Firmenleitung. 1927 werden als Inhaber genannt: Ens Eduard, Ens Herrmann. Zu dieser Zeit werden 50 Mitarbeiter beschäftigt. Herstellung von feinsten Luxusporzellane (Figuren, Gruppen, Tafelaufsätze, Vasen, Schalen u.v.m. Künstlerische Mitarbeiter sind unteranderem Berthold Boess und Arthur Storch. 1959 erfolgte wurde die Porzellanfabrik Ens & Greiner verstaatlicht als VEB Unterglasurporzellanfabrik und ab 1974 bis 1990 als Betriebsteil I. des VEB Sitzendorfer Porzellanmanufaktur. Die Porzellanfabrik Ens & Greiner ist heute bereits Geschichte und musste in den 90iger Jahren Insolvenz anmelden. Der Ahn, Karl Ens aus Lauscha hatte 1863 als tüchtiger Porzellanfachmann zum Mitinhaber der wohlbekannten ältesten Volksstedter Manufaktur gebracht. Aber in dem Porzellanfachmann steckte auch ein tüchtiger Schuss künstlerischen Blutes. Schon von Jugend auf war er dem Zeichenstift und später auch dem Malpinsel von Herzen zugetan und das führte ihn schliesslich zur Gründung eines Unternehmens, bei der diese Neigungen vollauf Befriedigung fanden: der Porzellanmalerei Ens & Greiner. Karl Ens hatte nie einen regelrechten Zeichenunterricht genossen, aber ein scharfes Auge und eine gute Beobachtungsgabe, verbunden mit unermüdlichem Fleiss, liesen den Autdidakten über alle Schwierigkeiten Herr werden. Eine Reihe von Entwürfen seiner Hand sind noch im Familienbesitz erhalten. Aus ihnen spricht der schlichte gerade Sinn eines gut deutschen Mannes, dessen Haupteigenschaft jenes liebevolle Verbundensein mit Natur und Mensch war, das wir mit dem Namen Gemüt zu bezeichnen pflegen und in dessen Art inniges Versenken und Hingabe an dem Gegenstand mit treuherzigen Humor sich mischte. Mit seinen Steinzeichnungen, Radierungen und farbigen Bildern schuf er Vorbilder für Hunderte von Porzellanmalern aus dem Thüringer Walde. Er wurde ihr Erzieher und Nestor und blieb mit seinen Tier- und Genreszenen bis zu seinem Tode ihr Meister. Die nächste Generation führte die Ens’sche Tradition rühmlich weiter. Der Weg zur Kunst, den Karl Ens sen. sich mühsam bahnen musste, wollte er seinen Söhnen nach Möglichkeit ebnen. So ging der älteste Sohn Ludwig als Maler und Schüler von Kaulbach und Schnorr v. Carolsfeld nach München und auch der jüngste, Eduard, war dort auf der Akademie.

Leider setzte ein frührer Tod seinem Schaffen ein Ende; von seinen Schülern war einer der Bildhauer Hase, dessen Name den Kennern der Schierholz Porzellane wohl bekannt ist. Als Nachfolger von Eduard Ens wirkte in Volksstedt von 1875 bis 1912 sein Bruder Karl Ens, als Radierere und Zeichner, Maler und Modelleur gleich bedeutend, in vielen Entwürfen figürlicher Darstellungen vorbildlich und befruchtend für die Entwicklung der Thüringer Luxusindustrie. Allmählich wurde in der dritten Generation die selbstschöpferische Tätigkeit fallen gelassen, aber die alte Ens’sche Überlieferung war damit nicht ausgestorben. War der Fabrikherr auch nicht selbst mehr als Künstler tätig, so bewies doch seine Auswahl der für die Fabrik tätigen Mitarbeiter, dass der Ens’sche Geist lebendig geblieben war. Arthur Storch, Josef Kopp, Wetzler, Strassburg, August Herboth, Hannes Rutz, A. W. Goebel, Josef Pallenberg, Düsseldorf, Berthold Boess, Weimar, vor allem aber A. Büschelberger schufen für die Fabrik Bestes in Form und Farbe. Eine Reihe von guten Plastiken sind so entstanden und auf dem Markt gebracht worden, zu Zeiten, in denen die grossen Geschirrfabriken sich noch nicht mit dem Gedanken eigener Kunstabteilungen trugen.